So trainieren wir: stärkenorientiert und mit positiver Verstärkung
Bei Talenthund trainieren wir belohnungsbasiert. Was dein Hund richtig macht, lohnt sich für ihn, und daraus baut ihr Schritt für Schritt neues Verhalten auf. Auf Strafe, Druck und Schreckreize verzichten wir bewusst. Dazu schauen wir zuerst auf die Stärken von Hund und Mensch und bauen das Training darauf auf.
Was positive Verstärkung bei uns bedeutet
Positive Verstärkung heißt: Auf ein erwünschtes Verhalten folgt etwas, das dein Hund gut findet. Dadurch zeigt er dieses Verhalten öfter. Das kann Futter sein, aber auch Spiel, Schnüffeln dürfen, Zuwendung oder der Zugang zu etwas, das dein Hund gerade möchte. Entscheidend ist, was für deinen Hund wirklich eine Belohnung ist, und das richtige Timing.
Ein Beispiel aus der Leinenführigkeit: Wir korrigieren nicht über die Leine. Stattdessen belohnen wir den Moment, in dem sich dein Hund freiwillig an dir orientiert. So lernt er, dass es sich lohnt, bei dir zu bleiben.
Was „stärkenorientiert“ heißt
Jeder Hund bringt eigene Stärken mit, zum Beispiel eine gute Nase, viel Ausdauer, Neugier oder Ruhe. Statt vor allem an Defiziten zu arbeiten, nutzen wir diese Stärken als Motor für das Training. Das gilt auch für euch Menschen. Wer genauer wissen will, wo die Stärken des eigenen Hundes liegen, kann sie mit unserem Stärkentest für Hunde herausfinden.
Worauf wir verzichten
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Leinenruck und Korrekturen über die Leine
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Würger, Ketten-, Stachel-, Sprüh- oder Stromhalsband
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Schreckreize wie Wasserspritzer, Wurfkette, Rappeldose oder Lärm
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Einschüchtern, Anschreien, körperliches Bedrängen
Grenzen gibt es trotzdem. Wir arbeiten mit Management, also so, dass unerwünschtes Verhalten gar nicht erst entsteht, mit freundlich aufgebauten Abbruchsignalen und damit, deinen Hund aus Situationen herauszunehmen, die ihn überfordern.
Warum wir so arbeiten
Belohnungsbasiertes Training ist nicht nur freundlicher, es ist auch gut untersucht. Eine Studie der Universität Porto (Vieira de Castro et al., PLOS ONE 2020) hat 92 Hunde aus sieben Hundeschulen beobachtet. Hunde aus Schulen mit aversiven Methoden zeigten im Training mehr Stressverhalten und reagierten auch außerhalb des Trainings pessimistischer als Hunde, die belohnungsbasiert trainiert wurden. Dazu kommt: Ein Hund, der gerne mitarbeitet, lernt nachhaltiger, und eure Beziehung profitiert davon.
So sieht das im Training aus
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Lernen im Alltag: Viele Kurse finden an wechselnden Orten statt, nicht nur auf einem Platz. Hunde lernen ortsbezogen; was nur auf dem Hundeplatz geübt wird, klappt im Alltag oft nicht.
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Von leicht nach schwer: Wir steigern die Ablenkung erst, wenn die Grundlage sitzt, damit dein Hund nicht überfordert wird.
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Ruhe und Konzentration: Im Mittelpunkt steht die Mensch-Hund-Beziehung, nicht Action um jeden Preis.
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Hausaufgaben: Nach den Stunden bekommst du konkrete Übungen für den Alltag. Training wirkt, wenn ihr dranbleibt.
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Gruppe oder einzeln: In kleinen Gruppen bekommt jedes Team Aufmerksamkeit. Wenn eine Gruppe für deinen Hund noch zu viel ist, starten wir mit einem Einzelcoaching.
Wer euch trainiert
Bei Talenthund trainieren euch Trainer und Trainerinnen mit Sachkunde nach § 11 Abs. 1 Nr. 8f Tierschutzgesetz, die sich regelmäßig fortbilden. Gemeinsam haben wir rund 500 Mensch-Hund-Teams begleitet. Wer bei uns arbeitet und welche Fortbildungen dahinterstehen, findest du auf der Seite Über uns.
Häufige Fragen
Belohnt ihr nur mit Futter? Nein. Futter ist oft praktisch, aber Spiel, Schnüffeln, Zuwendung oder Freigaben können genauso gute Belohnungen sein. Wir finden gemeinsam heraus, was für deinen Hund am besten funktioniert.
Wird mein Hund dann abhängig von Leckerli? Nein. Am Anfang wird häufig belohnt, später seltener und abwechslungsreicher. Ziel ist, dass das Verhalten im Alltag sitzt.
Sagt ihr nie „Nein“? Doch, aber sparsam und ohne Einschüchterung. Wie das gelingt, beschreiben wir im Artikel zum Nein-Kontingent.
Funktioniert das auch bei großen, kräftigen oder jagenden Hunden? Ja. Gerade dort zahlt sich ein Training ohne Kraftaufwand aus, zum Beispiel im Anti-Jagd-Training oder in der Leinenführigkeit.
Was, wenn mein Hund sich nicht für Belohnungen interessiert? Dann schauen wir, was ihn wirklich motiviert und ob Stress oder Ablenkung ihn gerade blockieren. Oft hilft es schon, die Umgebung leichter zu machen.
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