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Hund und Silvester: Gemeinsam gegen die Angst

Happy New Year? Das Jahresende steht vor der Tür, und während wir uns auf Silvester freuen, erleben viele unserer Hunde Ängste und Unsicherheiten. Der laute Knall der Feuerwerke, die hellen Blitze, die ungewohnten Geräusche und vor allem auch der Geruch des Feuerwerkskörper können bei Hunden Stress auslösen. Doch als verantwortungsbewusste Hundehalter liegt es an uns, unseren Vierbeinern zu helfen und ein sicheres und entspanntes Silvester zu gewährleisten.


Wie kannst Du Deinem Hund an Silvester helfen?

1. Verständnis für die Ängste deines Hundes erlangen

Bevor wir nach Lösungen suchen, ist es wichtig zu verstehen, warum Hunde unter Silvesterängsten leiden. Die lauten Geräusche und die plötzlichen Lichtblitze können Panik auslösen, da Hunde diese nicht mit normalen Alltagsgeräuschen in Verbindung bringen. Zusätzlich verstärken der Geruch von Rauch und der vibrierende Boden durch die Explosionen die Angst.

Wichtig ist zu wissen, wie sich Angst auf den Organismus deines Hundes auswirkt, denn dadurch wird schnell klar, warum Angst auf keinen Fall ignoriert werden sollte. Angst kann eine Reihe von physischen und psychischen Reaktionen im Organismus von Hunden auslösen. Ähnlich wie bei Menschen aktiviert die Wahrnehmung einer bedrohlichen Situation den sogenannten "Kampf- oder Fluchtmodus" im Körper. Hier sind einige der Auswirkungen von Angst auf den Organismus von Hunden:

  1. Aktivierung des sympathischen Nervensystems: Angst führt zur Freisetzung von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol. Diese Hormone aktivieren das sympathische Nervensystem, was zu einer erhöhten Herzfrequenz, einem Anstieg des Blutdrucks und einer gesteigerten Atmung führt. Diese Veränderungen bereiten den Körper darauf vor, schnell zu handeln.

  2. Muskelanspannung: Ängstliche Hunde neigen dazu, ihre Muskeln anzuspannen. Dies dient dazu, den Körper für eine mögliche Flucht oder Verteidigung vorzubereiten. Langfristige Muskelanspannung kann jedoch zu körperlichen Beschwerden führen.

  3. Verdauungssystem: Der Körper reagiert auf Stress oft mit einer Reduzierung der Blutzufuhr zum Verdauungssystem. Dies kann zu Verdauungsproblemen wie Durchfall oder Verstopfung führen.

  4. Veränderungen im Immunsystem: Chronischer Stress und wiederholte Angstzustände können das Immunsystem schwächen. Ein geschwächtes Immunsystem macht Hunde anfälliger für Infektionen und Krankheiten.

  5. Verhalten und Kommunikation: Ängstliche Hunde zeigen oft bestimmte Verhaltensweisen, um ihre Angst zu signalisieren. Dazu gehören das Zurückziehen, Zittern, übermäßiges Bellen oder Aggression. Die Kommunikation mit anderen Hunden und Menschen kann sich ebenfalls verändern, da ängstliche Hunde versuchen können, sich zu verteidigen oder zu entkommen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Auswirkungen von Angst individuell unterschiedlich sind und von verschiedenen Faktoren abhängen, einschließlich der Persönlichkeit des Hundes, seiner Erfahrungen und der Intensität der auslösenden Situation.


Woran merkst Du, ob dein Hund an Silvester Stress hat? Hunde können Stress auf verschiedene Weisen zeigen, und es ist wichtig, auf die Anzeichen zu achten, um rechtzeitig angemessene Maßnahmen ergreifen zu können. Hier sind einige häufige Anzeichen für Stress bei Hunden:

Körperliche Anzeichen:

  • Zittern oder Beben: Ein zitternder Körper kann auf Nervosität oder Unsicherheit hinweisen.

  • Gespannte Muskeln: Anspannung in Nacken, Schultern und Rücken kann auf Stress hindeuten.

  • Erhöhter Speichelfluss: Übermäßiges Hecheln oder Sabbern kann ein Zeichen von Stress sein.

Veränderungen im Verhalten:

  • Zurückziehen: Ein gestresster Hund sucht möglicherweise Rückzugsorte auf, um sich zu verstecken.

  • Vermeidungsverhalten: Hunde können versuchen, stressauslösende Situationen zu vermeiden.

  • Übermäßiges Bellen oder Jaulen: Ein erhöhtes Maß an Lautäußerungen kann auf Aufregung oder Frustration hindeuten.

Veränderungen in der Körpersprache:

  • Gesenkter Kopf oder eingezogene Rute: Diese Körperhaltung kann Unsicherheit oder Angst signalisieren.

  • Starren: Ein intensiver, fixierender Blick kann auf Anspannung hinweisen.

  • Lefzen lecken oder Gähnen: Dies kann ein Beschwichtigungssignal sein und auf Unbehagen hinweisen.

Veränderungen im Fressverhalten:

  • Appetitlosigkeit oder übermäßiges Fressen: Stress kann das normale Fressverhalten beeinflussen.

Unsauberkeit:

  • Urinieren oder Koten in ungewöhnlichen Orten: Dies kann auf Unsicherheit oder Stress zurückzuführen sein.

Hyperaktivität oder Lethargie:

  • Übermäßige Unruhe oder Hyperaktivität: Ein gestresster Hund kann rastlos sein.

  • Lethargie oder Rückzug: Einige Hunde reagieren auf Stress mit Rückzug und Inaktivität

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Anzeichen nicht ausschließlich auf Stress hindeuten, sondern auch auf andere gesundheitliche oder Verhaltensprobleme hinweisen können.



Was kannst du tun?

1. Sichere Rückzugsorte schaffen

Gebe deinem Hund die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Ein sicherer, ruhiger Ort im Haus, der vor Lärm geschützt ist, kann deinem Hund ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Stelle sicher, dass dieser Bereich gut zugänglich ist und mit vertrauten Gegenständen deines Hundes ausgestattet ist, wie seinem Lieblingskissen oder Spielzeug.


2. Frühzeitige Vorbereitung

Gewöhne deinen Hund allmählich an laute Geräusche, indem du beispielsweise leise Feuerwerksgeräusche abspielst. Steigere die Lautstärke nach und nach, während du positive Erfahrungen und Belohnungen hinzufügst. Diese schrittweise Gewöhnung kann dazu beitragen, die Intensität der Angst zu verringern.


3. Beruhigende Produkte nutzen

Es gibt verschiedene beruhigende Produkte auf dem Markt, die deinem Hund helfen können, sich zu entspannen. Dazu gehören spezielle Mützen, die den Gehörgang abdecken und Lärm reduzieren, oder beruhigende Pheromone in Form von Sprays oder Halsbändern.


4. Gemeinsame Zeit und Ablenkung bieten

Verbringe die Zeit um Mitternacht mit deinem Hund. Ablenkung durch Spiele oder Kuscheln kann helfen, die Aufmerksamkeit von den lauten Geräuschen abzulenken. Halte auch Leckerlis bereit, um positive Assoziationen mit dem Silvesterabend zu schaffen.


5. Tierarzt konsultieren

Wenn die Angst deines Hundes zu schwerwiegend ist, solltest du einen Tierarzt konsultieren. Es gibt verschiedene Medikamente und Therapieansätze, die deinem Hund helfen können, die Silvesterangst zu überwinden.


Silvester kann auch für unsere Hunde ein freudiges Ereignis sein, wenn wir als verantwortungsbewusste Halter proaktiv handeln. Durch Verständnis, Vorbereitung und die richtige Unterstützung können wir sicherstellen, dass unsere Hunde das neue Jahr genauso entspannt beginnen wie wir.

Einen detaillierten Vortrag zum Thema Silvesterangst, der sich mit Ursachen und Lösungen beschäftigt, findest Du bei unseren Webinaren:

https://www.talenthund.de/challenge-page/Silvesterangst Auch in unserem Podcast habe ich mit Melanie über das Thema Silvesterangst gesprochen, die Folge findest du hier: https://open.spotify.com/episode/0Ab5RD7ww2GqZwHlpryOew?si=-Td3xlB9SnSTuQfEn_gw6A Als Experten waren wir auch zu diesem Thema mit tv.ingolstadt im Gespräch. Den Beitrag findest du hier:




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