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Training im Flow für deinen Hund

Hundetraining ist mehr als nur Befehle und Gehorsam – es ist eine Interaktion zwischen Mensch und Hund auf vielen Ebenen. Eine besondere Grundlage des Hundetrainings, die zunehmend Aufmerksamkeit gewinnt, ist das Training im Flow. Dieser Blogbeitrag erkundet, was Training im Flow im Hundetraining bedeutet und wie es zu einer tiefen Verbindung zwischen Hund und Halter führen kann.

Flow im menschlichen Kontext: Flow, auch als "Flow-Erlebnis" bekannt, beschreibt einen Zustand tiefster Konzentration und optimaler Leistung. In der Psychologie wurde der Begriff von Mihály Csíkszentmihályi geprägt und bezieht sich auf Momente, in denen eine Person so stark in einer Aktivität aufgeht, dass sie Raum und Zeit vergisst. Diese Idee lässt sich auch auf das Hundetraining übertragen.


Training im Flow im Hundetraining:

Im Kontext des Hundetrainings bedeutet Flow, dass der Hund und der Mensch in einem harmonischen Einklang arbeiten. Es geht darum, die Trainingssitzungen so zu gestalten, dass sie nicht nur lehrreich, sondern auch für beide Seiten erfüllend sind. Training im Flow setzt auf positive Verstärkung, Geduld und ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse des Hundes. Der Hund wird dabei im optimalen Bereich zwischen Überforderung und Unterforderung trainiert. Unterforderte Hunde verlieren schnell das Interesse am Training, zudem stellt das Training in der Unterforderung schnell keine geistige Auslastung mehr da. Werden Hunde hingegen zu häufig in der Überforderung trainiert, stellt sich ein Effekt ein, den ich gerne als "Mathe-Effekt" beschreibe, der Hund "lernt", dass er die Aufgabe ohnehin nicht bewältigen und lösen kann und speichert für sich ab, dass er etwas sowieso nicht kann. Die Motivation des Hundes in Bezug auf dieses Training wird sinken. Warum Mathe Effekt? Wenn man der Meinung ist etwas sowieso nicht zu können, findet man sich damit ab und meidet diese Aufgabe.

Schlüsselprinzipien des Trainings im Flow:

  1. Achtsamkeit: Der Hundeführer ist im Moment präsent, aufmerksam und sensibel für die Bedürfnisse des Hundes. Eine bewusste, nicht urteilende Wahrnehmung schafft eine Verbindung.

  2. Klare Kommunikation: Die Kommunikation zwischen Mensch und Hund erfolgt klar und präzise. Körpersprache, Stimme und Belohnungen werden bewusst eingesetzt, um dem Hund klare Signale zu geben.

  3. Flexible Anpassung: Training im Flow erfordert Flexibilität. Der Hundeführer passt sich den Bedürfnissen und Fortschritten des Hundes an und bleibt offen für spontane Anpassungen während der Einheit.

  4. Gegenseitiges Vertrauen: Ein tiefer Vertrauensvorschuss zwischen Hund und Halter bildet die Grundlage. Beide Seiten wissen, dass der andere sie unterstützt und respektiert.

  5. Kontinuierlicher Lernprozess: Training im Flow ist ein ständiger Lernprozess für Hund und Mensch. Beide entwickeln sich gemeinsam weiter und lernen voneinander.

Beispiel einer Trainingssituation im Flow:

Stelle Dir vor, Du trainierst deinen Hund auf einem Übungsplatz. Anstatt strikter Befehle setzt Du auf spielerische Interaktion. Der Hund zeigt Interesse an einer bestimmten Übung, und Du erkennst dies sofort. Mit positiver Verstärkung belohnst Du sein Interesse und lässt die Übung organisch in den Fluss übergehen. Dabei versuchst du genau die Trainingsintensität zu treffen, die dein Hund optimal leisten kann. Du achtest sehr genau darauf ihn nicht zu überfordern und steigerst die Schwierigkeit der Aufgabe in sehr kleinen Schritten bis zum optimalen Schwierigkeitsgrad. Die Schritte dürfen dabei ruhig kleiner sein, als du denkst. Die Freude und das Engagement des Hundes steigen, und ihr beide erlebt einen harmonischen Trainingsmoment.


Die Vorteile von Training im Flow:

  1. Stärkere Bindung: Durch achtsames und positives Training wird die Bindung zwischen Hund und Halter gestärkt.

  2. Steigerung der Motivation: Ein Hund, der im Flow trainiert, ist motivierter und engagierter.

  3. Reduzierung von Stress: Die entspannte Atmosphäre des Trainings im Flow reduziert Stress für Hund und Halter.

  4. Nachhaltiges Lernen: Der Fokus auf den individuellen Lernprozess fördert nachhaltiges Verhalten und Verständnis.

Training im Flow ist mehr als eine Methode; es ist eine Philosophie des respektvollen Miteinanders zwischen Mensch und Hund und ermöglicht schnelles und nachhaltiges Lernen. Durch Achtsamkeit, klare Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen entsteht eine tiefe Verbindung, die das Hundetraining zu einem erfüllenden Erlebnis macht. In dieser fließenden Symbiose entwickeln sich nicht nur Fertigkeiten, sondern auch eine starke emotionale Bindung zwischen Hund und Halter.


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