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Das Stressgesicht bei Hunden: Erkennen, Ursachen und Maßnahmen

Hunden stehen nur beschränkt Mittel zur Verfügung, um mit uns zu kommunizieren. Ihre Fähigkeit, Emotionen auszudrücken und unsere Gefühle zu spiegeln, macht sie zu einzigartigen Gefährten. Dies geschieht meistens über Körpersprache und Verhalten. Ähnlich wie wir Menschen können auch Hunde Stress erleben, und ein Anzeichen dafür kann das sogenannte Stressgesicht sein. In diesem Blogbeitrag möchten wir Dir wissenschaftlich fundierte Informationen darüber geben, wie Du ein Stressgesicht bei Hunden erkennst, welche Ursachen dahinterstecken können und wie Du als Hundehalter darauf reagieren kannst.

Hund gähnt

Was ist ein Stressgesicht bei Hunden?

Ein Stressgesicht bei Hunden ist ein Sammelbegriff für verschiedene mimische Ausdrucksformen, die darauf hinweisen, dass Dein Hund unter Stress und großer Anspannung steht. Diese Ausdrucksformen können variieren, aber häufig beobachtete Merkmale sind:

  • Gespannte Gesichtsmuskulatur: Die Muskeln um die Augen und das Maul sind angespannt.

  • Geweitete Augen: Die Augen erscheinen größer, oft sind die weißen Teile (Sklera) deutlich sichtbar. Die Augen können weit aufgerissen oder zusammengekniffen wirken. Auch das Abwenden des Blickes kann ein Merkmal sein.

  • Gefaltete oder zurückgezogene Ohren: Die Ohren liegen flach an oder sind nach hinten gerichtet.

  • Weit offener Fang: die Maulspalte/die Lippen des Hundes wirken sehr lang und man sieht oftmals die Backenzähne des Hundes. Am Ende der Mundwinkel bilden sich Falten.

  • Züngeln und Gähnen: Häufiges Züngeln (das schnelle Herausstrecken der Zunge) und Gähnen können ebenfalls Zeichen von Stress sein.

  • Ohren: die Ohren sind meist nach hinten angelegt oder teilweise auch aufgerichtet.

  • Hecheln: Auch wenn keine körperliche Anstrengung vorliegt, kann Hecheln ein Hinweis auf Stress sein. Die Zunge des Hundes kann sich auch wie ein Löffel nach oben biegen.


Ursachen für Stress bei Hunden

Stress bei Hunden kann durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden. Hier sind einige häufige Ursachen:

  1. Umweltfaktoren:

  • Lärm: Laute Geräusche wie Gewitter, Feuerwerk oder Baustellenlärm können Deinen Hund stark stressen.

  • Veränderungen im Umfeld: Umzüge, neue Möbel oder die Einführung neuer Haustiere können Stress auslösen.

  1. Soziale Faktoren:

  • Trennungsangst: Viele Hunde leiden unter Stress, wenn sie alleine gelassen werden.

  • Konflikte mit anderen Hunden: Spannungen und Auseinandersetzungen mit Artgenossen können ebenfalls stressig sein.

  1. Körperliche Faktoren: Ein gewisses Maß an Stress gehört zum Leben dazu, aber wenn Dein Hund häufig Stress erlebt oder in bestimmten Situationen immer wieder gestresst ist, solltest Du ihn in diesen Momenten unterstützen. Noch besser ist es, solche Situationen zunächst möglichst zu vermeiden, um dann gezielt mit ihm zu trainieren, damit er diese Situationen entspannter meistern kann. Wichtig ist, dass dies nicht dadurch erreicht wird, dass Du Deinen Hund immer wieder diesen Stresssituationen aussetzt! Andauernder Stress kann Hunde ebenso krank machen, wie uns Menschen.

  • Schmerzen oder Krankheiten: Unwohlsein oder Schmerzen können bei Deinem Hund zu einem erhöhten Stresslevel führen.

  • Hormone: auch der aktuelle Hormonstatus deines Hundes kann zu gestresstem Verhalten führen.

  • Über- oder Unterforderung: Sowohl körperliche als auch geistige Über- oder Unterforderung können Stress verursachen.


Das Verhalten Deines Hundes bei Stress hängt von der jeweiligen Stressreaktion ab, die er zeigt. Diese kann je nach Stressfaktor unterschiedlich ausfallen. Ein allgemeiner Tipp: Vielen Hunden hilft es, wenn man ihnen ruhig die Brust krault, da dabei Hormone freigesetzt werden, die entspannend wirken.

In einer anderen Situation könnte Stress bei Deinem Hund durch Angriffsverhalten zum Ausdruck kommen. In diesem Fall kann ein Hundetrainer der richtige Ansprechpartner sein, um Deinem Hund beizubringen, mit solchen Situationen entspannter umzugehen.

Auch Deine Stimmung und eventuelle Anspannung überträgt sich auf Deinen Hund.

Das bedeutet umgekehrt, dass Du Deinem Hund hilfst, wenn Du ruhig bleibst und Deine Stimme sowie Körperhaltung dies widerspiegeln, das bewusste geben von sehr wenigen Kommandos oder auch einfach nur Ruhe und Training ganz ohne Kommandos können oft schon einen Effekt erzielen. Zugegeben, das ist in manchen Situationen leichter gesagt als getan. Selbstreflexion erfordert Übung. Sobald Du jedoch merkst, wie sehr Deine Laune und Deine Interaktion mit Deinem Hund, Deinen Hund beeinflusst, wirst Du sehen, dass sich die Mühe lohnt.

Hund hechelt

Maßnahmen gegen Stress bei Hunden

Wenn Du bei Deinem Hund Anzeichen eines Stressgesichts erkennst, gibt es verschiedene Maßnahmen, die Du ergreifen kannst, um ihm zu helfen:

  1. Umgebung anpassen:

  • Ruhige Rückzugsorte schaffen: Sorge dafür, dass Dein Hund einen ruhigen und sicheren Platz hat, an den er sich zurückziehen kann.

  • Lärmminderung: Versuche, laute Geräusche zu minimieren oder Deinen Hund davor zu schützen.

  1. Training und Beschäftigung:

  • Konditionierung und Training: Durch gezieltes Training kannst Du Deinem Hund helfen, besser mit stressigen Situationen umzugehen. Belohnungsbasiertes Training ist besonders effektiv.

  • Geistige und körperliche Auslastung: Achte darauf, dass Dein Hund ausreichend körperlich und geistig ausgelastet ist, um Langeweile und Frustration zu vermeiden.

  1. Soziale Interaktionen:

  • Positive Erfahrungen fördern: Stelle sicher, dass Dein Hund positive Erfahrungen mit anderen Hunden und Menschen macht.

  • Trennungsangst reduzieren: Trainingstechniken wie schrittweises Alleinlassen können helfen, Trennungsängste abzubauen.

  1. Gesundheitschecks:

  • Regelmäßige Tierarztbesuche: Sorge dafür, dass gesundheitliche Probleme frühzeitig erkannt und behandelt werden.

  1. Stressreduktionstechniken:

  • Entspannungstraining: Techniken wie Massage oder der Einsatz von beruhigenden Düften (z.B. Lavendel) können helfen, den Stress Deines Hundes zu reduzieren.


Diese Merkmale können von Hund zu Hund leicht variieren und müssen nicht immer gleichermaßen ausgeprägt oder präsent sein. Daher ist es sehr hilfreich, den eigenen Hund in verschiedenen Situationen und Erregungszuständen genau zu beobachten. So kannst Du ein besseres Verständnis dafür entwickeln, wie Du die Körpersprache Deines Hundes am besten interpretieren kannst und lernst, die individuelle Hundesprache besser zu erkennen. Hilfreich kann es auch sein, dir Fotos und Videos deines Hundes anzusehen oder geziwlt Aufnahmen zu machen, wenn ihr z.B. gemeinsam trainiert. Die Feinheiten im Ausdrucksverhalten kannst du dadurch in aller Ruhe analysieren. Es ist wichtig, dass Du die Stressanzeichen Deines Hundes gut erkennst. Diese geben Dir Aufschluss über seine aktuelle Gefühlslage. An Veränderungen dieser Anzeichen kannst Du dann erkennen, ob der Stress weiter zunimmt oder eher abnimmt.

Hund hechelt, geschlossene Augen

Das Erkennen eines Stressgesichts bei Hunden ist ein wichtiger Schritt, um die Gesundheit und das Wohlbefinden Deines Hundes zu gewährleisten. Durch das Verständnis der Ursachen und das Ergreifen geeigneter Maßnahmen kannst Du Deinem Hund helfen, stressige Situationen besser zu bewältigen. Bei anhaltenden oder schweren Stresssymptomen solltest Du immer einen Tierarzt oder einen zertifizierten Hundetrainer zu Rate ziehen, um professionelle Unterstützung zu erhalten.

In unserer Hundeschule bieten wir spezielle Kurse und Beratungen an, um Dir und Deinem Hund zu helfen, stressige Situationen zu meistern und ein harmonisches Zusammenleben zu fördern. Besuche unsere Homepage für weitere Informationen und nimm Kontakt mit uns auf!

Unsere Hunde kommunizieren klar und deutlich durch ihre Körpersprache, auch wenn dies für uns Menschen auf den ersten Blick nicht immer offensichtlich oder leicht verständlich ist. Sie versuchen in der Regel, Konflikte zu vermeiden, und kommunizieren lange Zeit deeskalierend, bevor sie tatsächlich in einen Konflikt geraten. Obwohl das Verhalten unserer Hunde durch frühere Erfahrungen, Genetik und Umwelt beeinflusst wird, bleibt die gesamte Hundesprache auf Deeskalation ausgerichtet. Wenn jedoch die Signale unserer Hunde über längere Zeit ignoriert oder nicht wahrgenommen werden, können sie ihre Kommunikation intensivieren.

Deshalb ist es wichtig, die Körpersprache unserer Hunde richtig zu deuten und ihre Sprache zu verstehen. Dies ist für unseren Alltag und das Zusammenleben mit unseren Vierbeinern entscheidend. Es ist ein kontinuierlicher Prozess und weit mehr als nur persönliche Ansichtssache.

Möchtest Du Deinen Hund besser verstehen und in die Tiefen der Hundesprache eintauchen? Dann empfehlen wir Dir unser Webinar zur Körpersprache!

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